Automatisierte und lebenszyklusübergreifende Nachhaltigkeitsbewertung von Mauerwerkskonstruktionen

Die Auslegung von Mauerwerkskonstruktionen erfolgt in einem sukzessiven Planungsprozess. Dabei werden die Gebäudeeigenschaften (z. B. Statik, Energieeffizienz, Schallschutz und Nachhaltigkeit) getrennt voneinander betrachtet. Anforderungen, die sich bei den Einzelplanungen an die anderen Gebäudeeigenschaften ergeben, werden im Prozess weitergegeben. Dabei ist die Reihenfolge nicht fest geregelt. Allerdings erfolgt die Nachhaltigkeitsbetrachtung, wenn überhaupt, häufig erst am Ende des Planungsprozesses, wodurch der Spielraum bereits stark eingeschränkt ist. Die Nachhaltigkeit wird somit bei der Planung neuer Mauerwerkskonstruktionen stark vernachlässigt.

Das Unternehmen SDA-solutions hat sich daher gemeinsam mit dem ICoM der RWTH Aachen das Ziel gesetzt, ein Software-Tool zu entwickeln, mit welchem erstmals eine ganzheitliche Betrachtung der Gebäudeeigenschaften erfolgt und dabei gleichzeitig auch noch der Planungsprozess beschleunigt werden kann. Mithilfe des Tools können alle Eigenschaften gleichermaßen bzw. nach individueller Gewichtung berücksichtigt werden. Somit werden die Potentiale aller Gebäudeeigenschaften voll ausgeschöpft.

Zur Umsetzung wird im Projektverlauf eine Systematik zur automatisierten Planung nachhaltiger Mauerwerkskonstruktionen entwickelt. Die Nachhaltigkeitsbewertung erfolgt in Kombination mit einem erweiterten BIM-Modell, welches nachhaltigkeitsrelevante Daten automatisiert aus verschiedenen Datenbanken abruft und mit den entsprechenden BIM-Objekten verknüpft. Über neuartige Algorithmen können die relevanten Gebäudedaten aus dem BIM-Modell ausgelesen und eine Nachhaltigkeitsbewertung automatisiert erstellt werden. Durch die Entwicklung einer KI und deren Integration in das Software-Tool können die Gebäudeeigenschaften anschließend ganzheitlich ausgelegt werden. Zusätzlich bietet die Verknüpfung mit BIM den Vorteil, dass die Nachhaltigkeitsbewertung über verschiedene Lebenszyklen hinweg erfolgen kann. Abweichungen gegenüber der Bauplanung, Umbauten sowie Sanierungen können somit direkt in die Nachhaltigkeitsbewertung einfließen.

Das Projekt startete am 01.02.2024 und hat eine Laufzeit von drei Jahren. Gefördert wird es durch das ZIM-Programm.